Ich fragte eine Schnecke, warum sie so langsam wäre.
Sie antwortete, dadurch hätte sie mehr Zeit, die Welt zu sehen.
( Wolfgang J. Reus )
ENTSPANNUNG FÜR KINDER - WARUM ?
Schauen wir uns unsere Umwelt an, so müssen wir feststellen, dass Kinder einer Vielzahl von Reizen ausgesetzt sind.
In vielen Haushalten läuft unentwegt der Fernseher. Durch die ständige Berieselung mit Werbespots, Filmen und Serien, Videospielen etc., kann es regelrecht zu einer Reizüberflutung führen.
Ruhige und stille Momente, wie es das Spielen im Wald, das Lauschen einer Geschichte oder das stundenlange ausmalen eines Malbuches mit sich bringen, werden immer seltener.
Hierzu kommt, dass die Freizeit der Kinder immer weniger wird. Die Kinder müssen schon, und das im immer früheren Alter, von einem Termin zum anderen hetzen.
Nach dem Sportverein mit den Trainingseinheiten kommt der Klavierunterricht und Nachhilfeangebote, am nächsten Tag die AG`s in der Schule, dazwischen Hausaufgaben, das Lernen für die Arbeiten und am Wochenende das Vereinsspiel.
Auch die gesellschaftlichen Anforderungen an die Kinder steigen. Sie müssen sich mehr und mehr in immer komplexeren Lebensräumen zurechtfinden und Orientierungsmöglichkeiten in einer Welt entdecken, in der die Zukunft immer offener ist.
Schnell kann ihr Kind durch folgende Komponenten verhaltensauffällig werden:
-Schulstress und Prüfungsangst
-Überforderung
-Minderwertigkeitskomplexe
-Spannung und Streit in der Familie
-Verlustängste und Zwänge aller Art
-Schuldzuweisungen
-Traumata durch einschneidende Erlebnisse
-Elektrosmog, geopathische Störungen usw.
Wenn Stress ein Kind unter Anspannung setzt und es verkrampft, kann es zu Beeinträchtigungen der Nerven, Gefäße und sogar der Organe kommen.
Blockaden können die Durchblutung und damit die Sauerstoffversorgung behindern.
Vermehrt zeigen sich Stressreaktionen in Form von:
Migräne, Gereiztheit, Konzentrationsproblemen, akuten Schmerzen (Bauch- und Kopfweh ), Druck in der Brust, Aggressivität, etc.
Auch Verhaltensauffälligkeiten wie Fingernägelkauen, diverse Ängste und Einschlafprobleme können die Folge sein.
WAS KÖNNEN WIR TUN ?!
Egal ob Konzentrations- oder Einschlafstörungen, Angstzustände oder ADHS im Vordergrund stehen oder auch nur der Wunsch nach einer größeren Ausgeglichenheit des Kindes , ist die Methode: ENTSPANNUNG UND RUHE !!
Bei Kindern, egal ob verhaltensauffällig oder „gesund“, lassen sich durch Entspannungsübungen die Verbesserung der Konzentration, ein leichteres Einschlafen, die Reduzierung von Angst und der Rückgang von stressbedingten Verhaltensweisen sowie die Sensibilisierung auf das eigene ICH feststellen.
Entspannungstraining soll den Kindern in erster Linie Spaß machen und auf keinen Fall zusätzlichen Stress bereiten.
Die Kinder lernen in einer lockeren und ruhigen Atmosphäre loszulassen und sich zurück zu ziehen.
Daher sind für Kinder Entspannungsverfahren ideal, wenn sie eine geringe Voraussetzung an das Sprachverständnis, an die Konzentrationsfähigkeit und an das Abstraktionsvermögen stellen.
Mit standardisierten Formeln, wie es im autogenen Training genutzt wird, kommen Kinder nicht zurecht. Daher gebe ich einer Anwendung Vergleiche , wie z. B. warm wie die Sonne.
Auch sehr gut für Kinder geeignet ist es, Imaginationsverfahren mit spezifischen Entspannungsstrukturen zu verbinden. Die Instruktionen müssen für das Kind leicht nachvollziehbar sein.
Die Kinder werden so, ohne dass eine große Aufmerksamkeit oder Disziplin verlangt wird, mit ihrer Aufmerksamkeit auf eine angenehme Art gebunden. Da Kinder immer einen wesentlichen Bewegungsdrang haben, werden Bewegungsmöglichkeiten wie Spiele oder Körperübungen ( z.B. leichte Übungen aus dem Yoga) dem Verfahren vorausgeschickt und/oder integriert.
Um die Möglichkeit zu haben, sich jedem einzelnen Kind zuwenden zu können, möchte ich die Gruppengröße bei höchstens 4 Kindern belassen. Größere Gruppen verursachen zu viel Unruhe und sind lange nicht so effektiv.
Eine gute Zeit für Kinder dieser Altersstufe ( ca 6 - 12 Jahre) ist der Nachmittag. Eine Entspannungseinheit geht ca. 60-90 Minuten.
Weitere Ziele:
-Steigerung der Kreativität und Phantasie
-Das Erlangen eines Zugangs zum positiven Erleben des eigenen Körpers
-Die Erweiterung von sinnlichen Fähigkeitenund die Schaffung eines
Kontrapunktes zur stressreichen Anforderung des Alltags.
-Selbstvertrauen und -bewusstsein
-Kompetenz für den Alltag
-Prophylaxe Stress/Krankheit/Auffälligkeiten
Wichtig:
Mein Konzept richtet sich nur an „gesunde“ Kinder und solche mit leichten Stresserscheinungen. Kinder mit stärkeren Verhaltensauffälligkeiten gehören unbedingt in die Hände eines erfahrenen Kinderarztes oder Kinderpsychologen !!!